Rohstoffe unter der Lupe


Torf - die Grundlage

Torf ist ein reines Naturprodukt, das unter Luftabschluss durch unvollkommene Zersetzung abgestorbener pflanzlicher Substanz entstanden ist. Dieser Rohstoff ist aufgrund seiner einzigartigen biologischen, chemischen und physikalischen Eigenschaften wichtigster Bestandteil bei der Herstellung von hochwertigen Kultursubstraten. Das leistet Torf im Substrat:

  • jeder für Pflanzen erforderliche pH-Wert kann eingestellt werden
  • hohe Luftkapazität
  • weites C/N Verhältnis --> keine nennenswerte N-Immobilisierung, weil die Zersetzung sehr langsam verläuft
  • in großen Mengen in gleichmäßiger Qualität verfügbar
  • unkrautarm
  • mit jedem Zuschlagstoff mischbar
  • leichtes Gewicht
  • schwach zersetzte Torfe haben eine gute Drainfähigkeit

Aus gartenbaulicher Sicht haben Torfmoose und der aus ihnen entstandene Torf eine ganz besondere Bedeutung. Die einzelnen Blattzellen sind mit sogenannten Spangen ausgesteift, wodurch ein Zusammenbrechen der Zellen verhindert wird. Dadurch können diese auch nach starker Austrocknung wieder das 15- bis 30-fache an Wasser speichern.



10 Fragen zum Thema Torf (PDF-Format)

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Bei der Weißtorfgewinnung wird in Sodenstech- und Frästorf-Verfahren unterschieden.

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Sodentorfe werden per Stechmaschinen im Block aus dem entwässerten Moor entnommen. Nach dem Stechen werden die einzelnen Soden auf der Fläche zum Trocknen aufgestellt. Die Soden werden ca. 1 Jahr auf der Torffläche getrocknet und mindestens einmal per Hand gewendet. Danach werden die Soden im Werk gebrochen und gesiebt. Weißtorfsoden in den verschiedenen Größen ermöglichen eine hohe Luftkapazität und erhalten die Grundstruktur im Topf auch während einer längeren Kulturdauer.

Beim Frästorfverfahren wird die Oberfläche des Moores ein paar Zentimeter aufgelockert. Wind und Sonne trocknen während des mehrmaligen Fräsens den Torf. Anschließend wird der getrocknete Torf auf Wälle gehäufelt oder maschinell aufgesogen und zur Lagerstätte transportiert.




Zuschlagstoffe

Ton

Seit der Entwicklung der ersten Substrate für den Produktionsgartenbau, ist Ton ein fester Bestandteil unserer Kulturerden. Wir setzen seit vielen Jahren Montmorillonitton (ein Dreischicht-Tonmineral) ein. Der Rohstoff wird noch einmal aufbereitet, so dass er dem Substrat homogen beigemischt werden kann. Ein Zusammenrollen während des Mischvorgangs und das Entstehen von kleinen Tonballen im Substrat wird bei Stender so von Beginn an ausgeschlossen.

Montmorillonitton besitzt eine hohe Austauschkapazität für alle Kationen (z. B. Ammonium, Kalzium, Magnesium). Diese "Pufferung" von Nährstoffen sowie des pH-Werts ermöglicht eine sichere Kulturführung. Ein dadurch kontrollierter EC-Wert gewährleistet stressfreies Pflanzenwachstum.

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Perlite

Perlite ist ein leicht offenporiges Gestein, das schlagartig um 1.000° C erhitzt wird. Dadurch entsteht eine Volumenvergrößerung um das 15-20-fache.. Dieses weitestgehend sterile Mineral wurde ursprünglich als Dämmstoff eingesetzt. Die von uns eingesetzte Perlite erhöht insbesondere bei kleinen Wurzelballen in Trays oder Vliestöpfen die Luftkapazität und erhöht die Drainagewirkung. Dank spezieller Siebtechniken enthält unsere Perlite keinen Staubanteil. Dies bietet noch mehr Sicherheit bei der Vermehrung in unseren Substraten.



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Substratholzfaser

Holzfasern werden bei Stender ausschließlich N-stabilisiert eingesetzt. Die Holzfasern legen sich wie ein Gitternetz ins Substrat und verhindern ein Heruntersacken oder Verschlämmen von feineren Torfpartikeln nach unten. So erhält die Holzfaser die Substratstruktur über einen Zeitraum von mindestens 12 Monaten und erhöht die Luftkapazität.





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Cocopor®

Cocopor ist eine Mischung aus Kokosfasern und Weißtorf. Es drainiert das Substrat, so dass auch bei Wasserüberschuss ein schnelles Abtrocknen im Topf gesichert ist. Diese Fasern ermöglichen eine zügige Aufnahme und gleichmäßige Verteilung von Wasser und Nährstoffen im Substrat. Anstauzeiten werden dadurch verkürzt - das führt zu einem sinkenden Heizbedarf.
Durch unser spezielles Aufbereitungsverfahren wird eine "Horstbildung" im Substrat unterbunden und die sehr gute Topfmaschinentauglichkeit gewährleistet. Die von uns eingesetzte Kokosfaser hat ein weites C/N-Verhältnis und bleibt zwei bis drei Jahre im Substrat stabil.

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Orgapor®

Orgapor ist ein gütegesicherter Substratkompost aus organischen Stoffen pflanzlicher Herkunft. Er verbessert die Strukturstabilität, erhöht den Wurzelschluss nach dem Topfen und führt zu einer Erhöhung der mikrobiellen Belebung des Substrats. Orgapor® ist aufgrund genau kontrollierter Rottephasen hygienisiert, stabilisiert und humifiziert. Somit bietet der Rohstoff einen Mehrwert in vielen gärtnerischen Kulturen. Mit Orgapor® setzen wir in unseren Substraten ausschließlich einen durch die Bundesgütegemeinschaft überwachten RAL-Kompost ein.


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Links:

Deutsche Gesellschaft für Moor- und Torfkunde e.V.

http://www.dgmtev.de

Responsibly Produced Peat

http://www.responsiblyproducedpeat.org/
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